Schnelle Kundenberatung in Düngungsfragen mit OSGAR Pro

von Dr. Dieter Alt und Dipl.-Ing. Jan Rimmek


Dienstleistungen spielen heute für viele Betriebe eine besondere Rolle, um konkurrenzfähig zu bleiben. Gartencenter, Endverkaufsbetriebe oder Gartenbaumschulen, die ihren Kunden den persönlichen Kontakt mit dem Experten und eine kompetente Beratung bieten, steigern die Attraktivität ihres Betriebes und damit auch ihre Wettbewerbsfähigkeit.

Ein Gebiet, mit dem Gartenbesitzer oft überfordert sind, ist die Düngung. Viele Laien wissen nicht, wie sie eine sachgerechte und auch ökologisch verträgliche Düngung für ihre Kulturpflanzen berechnen sollen. Dann wenden sie sich an "ihr" Gartencenter oder "ihre" Gartenbaumschule und fragen um Rat. Aber auch für den Fachmann ist es nicht immer einfach, bei den zahlreichen Kulturen, die in den Gärten zu finden sind, schnell eine fundierte Beratung zu geben. Dies vor allem nicht im Frühjahr, wenn die große Hektik beginnt. In dieser Situation kann das EDV-Programm OSGAR Pro für die Beratung bei der Düngung von Gärten eine große Hilfe bieten.

Das Programm ist im Prinzip so aufgebaut, daß es vom Nährstoffbedarf der Kulturpflanzen das Nährstoffangebot aus dem Boden, aus der Gründüngung und aus der organischen Düngung abzieht. Dadurch wird Überdüngung vermieden, so daß eine dem Bedarf angemessene, aber auch umweltschonende Düngung erfolgt.

Nährstoffbedarf der Kulturpflanzen

Das Programm gibt Auskunft über den Nährstoffbedarf aller wichtigen im Garten angebauten Kulturpflanzen. Berücksichtigt wird sowohl der Nutz- als auch der Ziergarten. Daher sind die Nährstoffentzüge aller wesentlichen Gemüse- und Obstarten im Programm enthalten, wobei beim Gemüse auch die Abhängigkeit des Bedarfs vom angestrebten Ertragsniveau berücksichtigt werden kann. Damit kommt man auch denjenigen Kunden entgegen, die bei der Düngung ihres Nutzgarten individuelle Ziele verfolgen. Eines dieser Ziele könnte beispielsweise ein hoher Ertrag sein, wozu naturgemäß auch hohe Düngermengen erforderlich sind. Ein anderes Ziel könnte jedoch auch ein niedriger Nitratgehalt im Erntegut sein. Dieses Ziel wird besser mit einer entsprechend geringeren Düngermenge erreicht.

Beispielhaft für die Flexibilität bei der Dateneingabe für den Nutzgarten ist, daß mehrere Kulturen auch zu Gruppen zusammengefaßt werden können. So lohnt es sich bei kleineren Gemüse- und Obstgärten nicht immer, den Bedarf für jede Kultur getrennt zu berechnen. Hier bietet OSGAR Pro die Möglichkeit, den Bedarf als Gemüse allgemein oder als Stark-, Mittel- oder Schwachzehrer zu berechnen. Bei den Obstpflanzen können Kern-, Stein- oder Beerenobst nach Wunsch zusammengefaßt werden.

Im Ziergarten wird der Düngerbedarf für Rasen, Gehölz- und Staudenpflanzungen, Rosen, Rhododendron sowie die Wechselbepflanzungen mit Frühjahrsblühern und Sommerblumen berechnet. Bei Rasenflächen ist es wichtig, den unterschiedlichen Düngerbedarf in Abhängigkeit von der Pflegeintensität zu berücksichtigten. So erfordert ein "englischer Rasen" mit häufigem Schnitt und ständiger Abfuhr des Schnittguts naturgemäß einen wesentlich höheren Düngeraufwand als ein Gebrauchsrasen, bei dem das Schnittgut auch einmal liegen bleibt. Diese Unterschiede werden von OSGAR Pro automatisch berücksichtigt.

Nährstoffangebot aus Boden und Gründüngung

Sehr flexibel ist das Programm auch hinsichtlich einer Bodenuntersuchung. Es mußte eine Lösung gefunden werden, die der Tatsache Rechnung trägt, daß in Privatgärten eine Bodenuntersuchung nur selten durchgeführt wird. In diesem Fall werden durch das Programm Nährstoffgehalte vorgeschlagen, die dem Durchschnitt vieler Gartenböden entsprechen und insofern durchaus realistisch sind. Liegt allerdings ein Bodenuntersuchungsbefund vor, dann bietet sich mit Hilfe des Programms erstmals die Möglichkeit, die Ergebnisse auch sinnvoll umzusetzen. Viele Kunden (und oft auch der Fachmann) haben Schwierigkeiten, die für sie rein theoretischen Analysenergebnisse in die Düngepraxis umzusetzen. Die gezielte Berücksichtigung der ermittelten Nährstoffgehalte verhindert, daß die oft empfohlene Bodenuntersuchung vom Kunden als unnütze Geldausgabe empfunden wird, da eine kulturspezifische Umsetzung fehlt.

Auch Gründüngungspflanzen wie Lupinen oder Phacelia werden vom Programm bei Bedarf berücksichtigt, wobei zwischen Leguminosen und Nichtleguminosen unterschieden wird. Die Berücksichtigung der Gründüngungspflanzen und insbesondere der Leguminosen kommt dem zunehmenden Trend nach ökologischer Bewirtschaftung der Gärten entgegen.

Nährstoffangebot aus organischer Düngung

Ein weiterer sehr wichtiger Faktor für die sachgerechte Berechnung des Düngerbedarfs ist die organische Düngung. Die mit Kompost (oder Stallmist) zugeführten Nährstoffe werden oft nicht auf die Höhe der sonstigen Düngung angerechnet. In der Nichtbeachtung dieses Faktors liegt ein wesentlicher Grund für die häufig zu beobachtende Überdüngung. Andererseits erfordert die Ausbringung von Rindenprodukten durch die sogenannte N-Immobilisierung unter Umständen eine zusätzliche Düngung, um einen Stickstoffmangel der Kulturpflanzen zu vermeiden.

Die Nährstoffzufuhr durch organische Düngemittel wird durch einige einfache Abfragen (Art, Menge und Anwendungstermin) ermittelt. Als besonders praktisch hat sich in der bisherigen Beratungspraxis herausgestellt, daß OSGAR Pro sehr leicht nachvollziehbare Angaben zur Abschätzung der ausgebrachten Mengen zur Verfügung stellt, z.B. die Zahl der Schubkarren pro 10 m² oder die Schichthöhe in cm.

Von besonderer Bedeutung für die professionelle Düngerberatung durch die Gartencenter ist jedoch, daß die Nährstoffgehalte der organischen Dünger entweder als Durchschnittswerte übernommen oder individuell eingegeben werden können. Ein Gartencenter, das beispielsweise Kompost eines lokalen Kompostwerkes anbietet, wird sich vom Hersteller die Nährstoffgehalte für dieses Produkt ausweisen lassen und diese dann in das Programm eingeben. Dies erhöht die Präzision bei der Düngung deutlich und verstärkt somit die Fachkompetenz bei der Beratung entscheidend.

Ergebnisse

Nachdem alle Eingaben erfolgt sind, kann das Programm jetzt den eigentlichen Düngerbedarf berechnen. Das Ergebnis erscheint als "Fenster" im unteren Teil des Bildschirms in übersichtlicher Form. Im oberen Teil des Fensters erscheint der Nährstoffbedarf der Kultur. Darunter werden die mit organischer Düngung und Ernterückständen zugeführten Nährstoffmengen angegeben. Im unteren Drittel wird schließlich das Gesamtergebnis der Berechnung ausgewiesen, unter Berücksichtigung sämtlicher Faktoren.

Sämtliche Eingabedaten (außer der Flächengröße) brauchen übrigens nicht eingetippt werden, sondern können mit der komfortabel ausgewählt werden. Dies erleichert die Eingabe der Daten erheblich (Vermeidung von Tippfehlern) und erlaubt eine sehr schnelle Berechnung des Düngerbedarfs.
Der Nährstoffbedarf kann zum einen in g/Fläche ausgewiesen werden, um sofort den Bedarf der Gesamtfläche abzuschätzen. Andererseits ist auch die Angabe in kg/ha möglich, um Vergleiche mit üblichen Düngerempfehlungen zu ermöglichen.

Umrechnung des Nährstoffbedarfs in Düngermengen

Da sich alle Angaben zum Nährstoffbedarf von Pflanzen immer auf den sog. Reinnährstoffbedarf beziehen (im Gegensatz zu handelsüblichen Düngern, die nur einen bestimmten Prozentsatz des benötigten Nährstoffs enthalten), erfolgt abschließend die Umrechnung des berechneten Nährstoffbedarfs in die entsprechenden Düngermengen. Zur Auswahl stehen die gängigsten Einnährstoffdünger sowie NK-, NP-, PK- und Mehrnährstoffdünger (Volldünger).

Bei der Art der Dünger besteht freie Auswahl, da sowohl Mineraldünger als auch organische Handelsdünger (z.B. Hornspäne, Knochenmehl) berücksichtigt werden. Dies ermöglicht auch die Beratung von Kunden, die die Anwendung von Mineraldünger ablehnen und Bio-Dünger bevorzugen.

Darüber hinaus können die Nährstoffgehalte eines mineralischen oder organischen Handelsdüngers frei gewählt werden. Dies ist für Gartencenter dann wichtig, wenn sie ihre eigene Produktpalette von Düngemittel anbieten wollen, deren Gehalte aber nicht in OSGAR Pro berücksichtigt sind. So braucht beispielsweise für einen Kunden, der als Kaliumdünger Gesteinsmehl verwenden möchte, nur Gesteinsmehl als Name und der Nährstoffgehalt des Produktes eingeben zu werden - das Programm errechnet automatisch die erforderliche Menge.

Zusammenfassung

Zusammenfassend läßt sich sagen, daß mit dem PC-Programm OSGAR Pro Gartencentern, Gartenbaumschulen oder Einzelhandelsgärtnern ein elegantes Hilfsmittel für eine schnelle und umfassende Beratung der Kunden in Düngungsfragen zur Verfügung steht. Durch die verbesserte Beratungskompetenz gelingt es den Betrieben, ihre Kunden besser an den eigenen Betrieb zu binden.

Unabhängig von der individuellen Kundenberatung profitieren Gartencenter und andere Endverkaufsbetriebe auch von der großen Datenfülle, die dem Programm zugrundeliegt. Mit Hilfe des Programms können Mitarbeiter geschult und auf den neuesten Wissensstand bei der Düngung gebracht werden, da man sich schnell ein Bild vom Nährstoffbedarf verschiedener Kulturen oder den Nährstoffrachten durch organische Düngemittel verschaffen kann.


letzte Änderung: 01. Juni 2002

© 1992-2002 Dr. Dieter Alt <dr-dieter-alt@osnanet.de>, Dipl.-Ing. Jan Rimmek <jan.rimmek@mhinac.de>