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Einleitung

Ziele der Düngung und des Programms

Jeder Gartenbesitzer ist naturgemäß daran interessiert, daß seine Kulturen gut gedeihen. Er ist daher bereit, Arbeit und Geld in sein Hobby zu investieren. Der Erfolg aller Bemühungen hängt von zahlreichen Faktoren wie z.B. der Witterung oder dem Bodenzustand ab. Ein ganz wesentlicher Faktor ist die Düngung. Nur optimal ernährte Pflanzen, die auf Böden in gutem Kulturzustand mit hoher biologischer Aktivität stehen, wachsen gut und lohnen den Pflegeaufwand.

Mangelhaft ernährte Pflanzen bringen nur geringe Erträge. Bei sehr nährstoffbedürftigen Kulturen wie Blumenkohl kann eine unzureichende Düngung sogar zu einem völligen Mißerfolg führen. Aber auch Überdüngung, vor allem mit Stickstoff, ist nachteilig, da insbesondere die Qualität von Obst und Gemüse darunter leidet.

Die Düngung darf allerdings nicht nur in Zusammenhang mit Wachstum und Qualität gesehen werden. Der Gesichtspunkt des Umweltschutzes spielt heute eine zunehmende Rolle. Vor allem die Stickstoffüberdüngung ist sehr nachteilig, da zu hohe Stickstoffgaben (sowohl durch organische als auch anorganische Dünger) von den Pflanzen nicht genutzt werden und somit bis zum Herbst im Boden verbleiben und als Nitrat im Winter ausgewaschen werden. Dies trägt zu einer Verschmutzung des Grundwassers bei, die wegen der großen Flächen, die Gärten einnehmen, möglicherweise bisher unterschätzt wurde.

Zahlreiche Untersuchungen aus den letzten Jahren zeigen, daß die meisten Gärten mehr oder weniger stark überdüngt sind. Dies ist u.a. an den sehr hohen Phosphorgehalten im Boden erkennbar. Phosphor wird nicht ausgewaschen und reichert sich deshalb im Laufe der Jahre allmählich im Boden an. Da die Düngung im Garten meist mit Volldüngern (mineralische oder organische wie Stallmist und Kompost) erfolgt, ist damit zu rechnen, daß vielfach auch eine Überdüngung mit Stickstoff vorliegt.

Für diesen Zustand sind im wesentlichen folgende Gründe verantwortlich:

Hier setzt das vorliegende EDV-Programm OSGAR ein. Das Programm enthält für alle wichtigen Kulturen Angaben über den Nährstoffbedarf. Es zieht die Nährstoffzufuhr durch organische Düngung vom Nährstoffbedarf der Pflanzen ab. Außerdem werden das Nährstoffangebot des Bodens und weitere Faktoren, die den Düngerbedarf beeinflussen, berücksichtigt. Welche Bedeutung die verschiedenen Faktoren haben und wie Sie die verschiedenen Daten eingeben können, wird in den folgenden Abschnitten erläutert.

Der Programmaufbau wird dabei am Beispiel der Düngung von Gemüsekulturen behandelt, weil falsche Düngung hier zu besonders schwerwiegenden Nachteilen führt. Nährstoffmangel, besonders Stickstoffmangel, führt zu unbefriedigenden Erträgen. Andererseits ist Überdüngung auch sehr nachteilig, besonders wegen des Risikos zu hoher Nitratgehalte im Gemüse (Alt 1992). Außerdem sind in kaum einem Pflanzenbaubereich in den letzten Jahren so viele Untersuchungen zur optimalen Düngung durchgeführt worden wie gerade im Gemüsebau. Es liegt daher eine Fülle neuer Erkenntnisse vor, die in OSGAR berücksichtigt wurden.

Es lohnt sich gerade bei Gemüse, möglichst viele Daten einzugeben, da das Berechnungsergebnis um so richtiger wird, je mehr Daten eingegeben werden.

Der Düngerbedarf für den Obst- und Ziergarten wird grundsätzlich nach den gleichen Prinzipien wie bei Gemüse berechnet, wobei allerdings teilweise einfachere Annahmen zugrundegelegt wurden.


1. Düngung von Gemüse

1.1 Gemüsearten

Die einzelnen Gemüsearten haben sehr unterschiedliche Nährstoffbedürfnisse, so daß an dieser Stelle des Programms die Gemüseart, deren Düngerbedarf Sie berechnen möchten, abgefragt wird. Wählen Sie mit den Pfeiltasten die gewünschte Art. Die folgenden Arten stehen zur Auswahl:

  1. Blumenkohl
  2. Brokkoli
  3. Bundzwiebeln
  4. Buschbohnen
  5. Chicoree
  6. Chinakohl
  7. Eissalat
  8. Endivie
  9. Erbsen
  10. Feldsalat
  11. Fenchel
  12. Gemüse, allgemein
  13. Gemüse,Schwachzehrer
  14. Gemüse, Mittelzehrer
  15. Gemüse, Starkzehrer
  16. Gewürzkräuter
  17. Gründüngung Leguminosen
  18. Gründüngung andere
  19. Grünkohl
  20. Gurken
  21. Kartoffeln, frühe
  22. Kartoffeln, späte
  23. Knoblauch
  24. Kohlrabi
  25. Kopfsalat
  26. Mangold
  27. Melonen
  28. Möhren
  29. Paprika
  30. Petersilie
  31. Pflücksalate
  32. Porree
  33. Puffbohnen
  34. Radieschen
  35. Rettich
  36. Rharbarber
  37. Rosenkohl
  38. Rote Beete
  39. Rotkohl
  40. Schwarzwurzeln
  41. Sellerie
  42. Spargel (im Ertrag)
  43. Spinat
  44. Stangenbohnen
  45. Stangensellerie
  46. Steckrüben
  47. Tomaten
  48. Weißkohl
  49. Wirsing
  50. Zucchini
  51. Zwiebel

Wenn Sie den Düngerbedarf für den gesamten Gemüsegarten ohne Berücksichtigung der einzelnen Arten berechnen wollen, haben Sie auch die Möglichkeit, "Gemüse allgemein" auszuwählen. Falls Sie aber etwas differenzierter verfahren wollen, können Sie auch "Gemüse, Starkzehrer", "Gemüse, Mittelzehrer" oder "Gemüse, Schwachzehrer" auswählen. Sinngemäß können Sie verfahren, wenn Sie verschiedene Gemüsearten in Mischkultur auf einem Beet anbauen wollen.

In diesen Programmteil wurden auch Gründüngungspflanzen aufgenommen, obwohl sie streng genommen zur organischen Düngung (s. Punkt 1.9) gehören. Da Gründüngungspflanzen für ihr Wachstum jedoch einen gewissen Nährstoffbedarf haben, ist es zweckmäßig, sie in die Liste der Gemüsekulturen aufzunehmen. Sie können den Nährstoffbedarf der Gründüngungspflanzen dann in der gleichen Weise berechnen wie den der Gemüsekulturen.

Bei den Gründüngungspflanzen wurde zwischen Leguminosen (z.B. Wicken, Klee, Lupinen) und Nichtleguminosen (z.B. Phacelia, Raps) unterschieden. Leguminosen können Stickstoff aus der Luft binden und verlangen deshalb nur eine geringe Stickstoffdüngung, hinterlassen jedoch der Nachkultur große Stickstoffmengen. Nichtleguminosen sind dagegen für eine günstige Entwicklung auf eine Stickstoffdüngung angewiesen, hinterlassen jedoch der Nachkultur nicht mehr Stickstoff als ihnen selbst zur Verfügung stand.


1.2 Anbautermin

Bei den Gemüsearten hat auch der Anbautermin einen Einfluss auf den Düngerbedarf, da u.a. die Anrechnung der Stickstoffzufuhr aus der organischen Düngung unterschiedlich erfolgt. Zwei Termine stehen zur Auswahl, je nachdem, ob die Kultur im Frühjahr (bei noch niedrigen Bodentemperaturen) oder im Sommer angebaut wird.

Die beiden möglichen Termine für den Anbau von Gemüsekulturen

können mit den Pfeiltasten ausgewählt werden.


1.3 Ertrag der Gemüsearten

Das Ertragsniveau hat naturgemäß Einfluß auf die Höhe des Düngerbedarfs. Je höher der Ertrag ist, desto mehr Nährstoffe werden entzogen und desto höher muß die Düngung sein, um die Nährstoffverluste auszugleichen.

Sollte Ihnen das Ertragsniveau nicht bekannt sein, dann wählen Sie mit den Pfeiltasten "unbekannt". Das Programm rechnet dann mit durchschnittlichen Erträgen. Sollten Ihnen die Erträge Ihrer Gemüsekulturen jedoch bekannt sein, dann können Sie die Ertragshöhe "niedrig", "mittel" oder "hoch" anwählen. Um Ihnen eine Hilfestellung zu geben, wurden in der folgenden Tabelle die Erträge einiger Gemüsearten angegeben. In erster Linie wurden solche Gemüsearten ausgewählt, bei denen das Ertragsniveau einen starken Einfluß auf den Düngerbedarf hat.

Tab.1: Erträge einiger ausgewählter Gemüsearten (in kg/qm)
Ertragsniveau
Kultur niedrig mittel hoch
Blumenkohl 1,5 - 2,5 2,5 - 3,5 > 3,5
Brokkoli 0,75 1,5 2,5
Chinakohl 2 4 6
Eissalat 1,5 - 3 3 - 5 > 5
Endivie 1 - 3 3 - 5 > 5
Fenchel 0,5 - 1,5 1,5 - 3 > 3
Grünkohl 0,5 - 1,5 1,5 - 2,5 > 2,5
Kartoffeln (frühe) 1 - 2 2 - 4 > 4
Kartoffeln (späte) 2 - 4 4 - 6 > 6
Kohlrabi 1 - 2,5 2,5 - 4 > 4
Kopfsalat 1 - 2 2 - 4 > 4
Möhre 1,5 - 3 3 - 7 > 7
Pflücksalate 1 - 3 3 - 4 > 4
Porree 1 - 3 3 - 5 > 5
Rettich 0,5 - 1 1 - 2 > 2
Rosenkohl 0,25 - 0,75 0,75 - 1,5 > 1,5
Rote Rübe 2 4 7
Rotkohl 2 - 4 4 - 6 > 6
Sellerie 1 - 2 2 - 4 > 4
Spinat 0,5 - 1,5 1,5 - 2,5 > 2,5
Wei&szlkohl 3 - 5 5 - 7 > 7
Wirsing < 3 3 - 5 > 5
Zwiebel 1 - 2 2 - 4 > 4

Ohne mit den Erträgen konkrete Zahlen (kg/qm) zu verbinden, kann die Wahl des Ertragsniveaus auch wichtig sein, wenn Sie allgemein ein bestimmtes Ertragsniveau anstreben. Das heißt, Sie können durch die Wahl des Ertragsniveaus sozusagen eine bestimmte "Philosophie" vorgeben, z.B. daß Sie ein hohes Ertragsniveau erreichen möchten oder mit mittleren bzw. niedrigen Erträgen zufrieden sind. Dies ist deswegen wichtig, da mit der Höhe des Ertragsniveaus die Höhe des Düngungsniveaus vorgegeben wird.


1.4 Vorkultur

Wenn Sie die Kultur, die vor der zu berechnenden Kultur angebaut wurde, benennen können, erhöht das die Präzision der Düngerbedarfsberechnung. Dies hängt einmal damit zusammen, daß die im gleichen Jahr angebaute Vorkultur einen Teil der durch die organische Düngung zugeführten Nährstoffe aufnimmt, so daß der Nachkultur entsprechend weniger zur Verfügung steht. Dies wird vom Programm berücksichtigt.

Wählen Sie mit den Pfeiltasten die zutreffende Vorkultur aus. Wenn Sie etwas weniger differenziert vorgehen wollen, haben Sie auch die Möglichkeit, "Gemüse allgemein", "Gemüse, Starkzehrer", "Gemüse, Mittelzehrer" oder "Gemüse, Schwachzehrer" als Vorkultur auszuwählen. Zu den denkbaren Vorkulturen können natürlich auch Gründüngungspflanzen gehören. Falls keine Vorkultur angebaut wurde, geben Sie bitte "keine" an.

Der wesentliche Gesichtspunkt bei der Vorkultur ist jedoch, daß viele Vorkulturen Ernterückstände hinterlassen (oder in Einzelfällen auch nicht verbrauchten Stickstoff aus der Düngung), wodurch der Stickstoffbedarf der Nachkultur stark beeinflußt wird. Würde man dies nicht berücksichtigen, käme es zu einem zu hohen Stickstoffangebot für die Nachkultur. Diese könnte den Stickstoff nicht vollständig aufnehmen, so daß Nitratreste im Boden verbleiben, die im Winter ausgewaschen werden und das Grundwasser belasten (Alt 1992).

Bei den Ernterückständen ist es noch von Bedeutung, ob die Vorkultur im laufenden Jahr oder im Herbst des Vorjahres geerntet wurde. Daher wird dies ebenfalls abgefragt.

Wegen der Bedeutung der Ernterückstände erfolgt dann die nächste Abfrage, ob die Ernterückstände der Vorkultur auf der Fläche eingearbeitet wurden (dann "ja" auswählen) oder ob die Rückstände auf den Kompost gegeben wurden (dann "nein" auswählen).

Der Einfluß der Vorkultur wird dann vom Programm intern verrechnet und erscheint im Ergebnisteil (zusammen mit dem Einfluß der organischen Düngung, s.a. 1.9), so daß Sie sich ein Bild vom Einfluß der Vorkultur machen können.


1.5 Nachkultur

Die Bedeutung der Nachkultur besteht in erster Linie darin, daß sie einen Teil der Nährstoffe, die aus der organischen Düngung stammen, aufnimmt. Das Nährstoffangebot aus der organischen Düngung für die zu berechnende Kultur ist also unterschiedlich, je nachdem, ob eine Nachkultur vorgesehen ist oder nicht. Daher wird bei diesem Programmpunkt nach der Nachkultur gefragt. Falls keine Nachkultur vorgesehen ist (z.B. weil die zu berechnende Kultur bis zum Herbst auf dem Beet steht) oder wenn Sie keine Angaben über die Nachkultur machen können, wählen Sie mit den Pfeiltasten "keine" aus.

Bei manchen Kulturfolgen kann auch die Art der Nachkultur einen Einfluß auf die Düngung der zu berechnenden Kultur haben. Dies ist dann der Fall, wenn nach einer sehr stickstoffbedürftigen Kultur (z.B. Blumenkohl und Brokkoli) eine Nachkultur mit sehr geringem Stickstoffbedarf (z.B. Buschbohne) folgt. Dann muß das Stickstoffangebot für die Kultur so bemessen werden, daß die Nachkultur nicht überdüngt wird, was aus Gründen des Umweltschutzes ungünstig wäre. Um diesen Gesichtspunkt zu berücksichtigen, haben Sie beim Programmpunkt "Nachkultur" die Möglichkeit, die Art der Nachkultur mit den Pfeiltasten auszuwählen. Auch hier haben Sie bei weniger differenziertem Vorgehen die Möglichkeit, "Gemüse allgemein", "Gemüse, Starkzehrer", "Gemüse, Mittelzehrer" oder "Gemüse, Schwachzehrer" auszuwählen.


1.6 Bodenart

Die Angabe der Bodenart ist vor allem für die richtige Kalkung (s. 8. Kalkdüngung) sowie die Düngung mit Kalium und Magnesium von Bedeutung. So treten beispielsweise auf Sandböden Auswaschungsverluste bei Kalium auf, während bei schweren Böden höhere Kaliumgehalte im Boden erforderlich sind. Diese Gesichtspunkte werden vom Programm automatisch berücksichtigt.

Bei der Bodenart haben Sie die Möglichkeit, zwischen "leicht", "mittel" und "schwer" auszuwählen.

Unter leichtem Boden versteht man einen leicht zu bearbeitenden Sandboden sowie einen schwach lehmigen Sandboden, die nach Regenfällen schnell wieder abtrocknen und dann bearbeitet werden können. Mittlere Böden sind Lehm- und Lößböden. Hierbei handelt es sich oft um besonders fruchtbare Böden, so daß die Pflanzen hier besonders gut gedeihen. Diese Böden sind allerdings nicht mehr so einfach wie Sandböden zu bearbeiten. Schwere Böden sind tonreiche Böden, die sowohl in feuchtem Zustand (schmierig) als auch in ausgetrocknetem Zustand (verhärtet) sehr schwer zu bearbeiten sind (Beispiel: Marschböden an der Küste). Zum Sonderfall Moor- und Anmoorböden s. 1.8.1.4.


1.7 Fläche

Das Programm berechnet den Nährstoffbedarf Ihrer Kulturen für jede beliebige Fläche zwischen 1 qm und 65 ha. Sie können daher beispielsweise den Düngerbedarf für 5, 17 qm oder 1 ha berechnen, indem Sie die Größe der Fläche in qm eingeben. Es entfällt somit das umständliche Umrechnen des Düngerbedarfs auf verschiedene Flächengrößen. Die Flächengröße kann nur als ganze Zahl ohne Komma eingegeben werden.


Korrekturstand: 01. Oktober 2000

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