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1.8 Bodenuntersuchung

1.8.1 Bodenuntersuchung auf Phosphor, Kalium, Magnesium und pH-Wert

Die Untersuchung der Böden gibt Informationen, ob eine Unterversorgung, normale Versorgung oder eine Überdüngungssituation vorliegt. Hieraus können Rückschlüsse auf die richtige Düngung gezogen werden, insbesondere in Hinblick auf das Risiko von Überdüngung und Umweltbelastung (Alt 1992). Die Berechnung des Düngerbedarfs wird daher genauer, wenn die Ergebnisse einer Bodenuntersuchung eingegeben werden können.

Es sei jedoch ausdrücklich betont, daß das Programm auch dann benutzt werden kann, wenn keine Bodenuntersuchung durchgeführt wurde. In diesem Fall arbeitet es mit fundierten Schätzungen, denen der durchschnittliche Nährstoffgehalt vieler Gärten zugrundeliegt. Übernehmen Sie einfach für jeden Nährstoff die Vorschläge des Programms (mit der Return-Taste).

Neuere Untersuchungen belegen, daß die Kaliumgehalte des Bodens bei normaler und intensiver Rasenpflege ohne ausreichende Düngung absinken. Dies wird vom Programm durch den Vorschlag der Gehaltsklasse A (unter 5 mg K2O für leichte Böden; unter 9 mg K2O für mittlere und schwere Böden) bei intensiver Pflege und der Gehaltsklasse B (5 - 8 mg K2O für leichte Böden; 9 - 15 mg K2O für mittlere und schwere Böden) bei normaler Pflege berücksichtigt (auch wenn Sie bei vorhergehenden Berechnungen eigene Angaben über eine Bodenuntersuchung gemacht haben!).

Damit die Düngerbedarfsberechnung auch dann richtig ist, wenn der Nährstoffgehalt des Bodens vom Durchschnitt abweicht (dies könnte ja gerade in Ihrem Garten der Fall sein!), wird eine Bodenuntersuchung empfohlen, so daß zu diesem Komplex einige technische Hinweise gegeben werden.


1.8.1.1 Entnahme der Bodenprobe

Eine Bodenuntersuchung kann nur dann zu sinnvollen Ergebnissen führen, wenn die Entnahme der Bodenprobe richtig durchgeführt wurde. Die Probe sollte dem Durchschnitt der zu untersuchenden Fläche entsprechen. Daher entnimmt man (am besten im Herbst) von einer in etwa einheitlich bewirtschafteten Fläche (z.B. Gemüsegarten, Rasen, Obstkulturen, jeweils getrennt) an 15-20 gleichmäßig verteilten Stellen mit dem Spaten oder Bohrstock eine etwa spatenstichtiefe Bodenprobe. Bei Rasen sollte die Probenahmetiefe etwa 10-15 cm betragen. Diese Einzelentnahmen werden sorgfältig gemischt. Von der Mischprobe genügen etwa 0,5 bis 1 kg für die Analyse durch das Bodenuntersuchungsinstitut. Die Adressen einiger Bodenuntersuchungsinstitute sind im Anhang B aufgeführt.


1.8.1.2 Häufigkeit der Bodenuntersuchung auf Phosphor, Kalium, Magnesium
und pH-Wert

Die Bodenuntersuchung braucht nur alle 3-5 Jahre wiederholt zu werden. Geben Sie dann jeweils das neueste vorliegende Analysenergebnis ein.

Hinweis: Klein- und Hausgärtner, die in Gartenbauvereinen organisiert sind, können manchmal von gemeinsam organisierten Bodenuntersuchungsaktionen des Vereins profitieren.


1.8.1.3 Bewertung der Bodenuntersuchung

In den Tabellen 2-4 sind die den einzelnen Gehaltsklassen (Buchstaben A-E in den Alten Bundesländern, Zahlen 5-1 in den Neuen Bundesländern) zugehörigen mg-Werte angegeben. Außerdem sind im unteren Teil der Tabellen allgemeine Angaben zur Düngungshöhe in Abhängigkeit vom Ergebnis der Bodenuntersuchung enthalten.

Als normale, anzustrebende Versorgung gilt die Gehaltsklasse C (3). Liegt der Bodenuntersuchungsbefund in diesem Bereich, erfolgt somit eine normale Düngung. Diese ist am Nährstoffbedarf der jeweiligen Kulturpflanze orientiert. Sind die Gehalte niedriger als der Klasse C (3) entsprechend, muss die Düngung höher sein, während in der Klasse D (2) die Düngung vermindert wird. In Klasse E (1) ist keine Düngung mehr erforderlich. Die unterschiedliche Düngung in Abhängigkeit vom Ergebnis der Bodenuntersuchung wird vom Programm selbstverständlich automatisch errechnet. Außerdem ist aus den Tabellen 2-4 erkennbar, daß bei Kalium und Magnesium auch die Bodenart für die Einteilung in Gehaltsklassen eine Rolle spielt.

Tab.2: Einteilung in Gehaltsklassen und Düngung bei verschiedenen Kaliumgehalten des Bodens
Gehaltsklasse
Bodenart A (5) B (4) C (3) D (2) E (1)
leicht < 5 5 - 8 9 - 15 16 - 25 > 25
mittel, schwer < 9 9 - 15 16 - 25 25 - 25 > 35
Moor-, Anmoor < 4 4 - 8 9 - 15 16 - 30 > 30
Düngung hoch erhöht normal niedrig keine
Angaben in mg K2O/100 g bzw. 100 ml Boden (CAL, DL)

Tab.3: Einteilung in Gehaltsklassen und Düngung bei verschiedenen Phosphorgehalten des Bodens
Gehaltsklasse
Bodenart A (5) B (4) C (3) D (2) E (1)
leicht, mittel,
schwer
< 5 5 - 10 11 - 20 21 - 30 > 30
Moor-, Anmoor < 3 3 - 7 8 - 15 16 - 20 > 20
Düngung hoch erhöht normal niedrig keine
Angaben in mg P2O5/100 g bzw. 100 ml Boden (CAL, DL)

Tab.4: Einteilung in Gehaltsklassen und Düngung bei verschiedenen Magnesiumgehalten des Bodens
Gehaltsklasse
Bodenart A (5) B (4) C (3) D (2) E (1)
leicht < 3 3 - 4 5 - 7 8 - 10 > 10
mittel, schwer < 5 5 - 7 8 -10 11 - 13 > 13
Moor-, Anmoor < 2 2 - 3 4 - 6 7 - 10 > 10
Düngung hoch erhöht normal niedrig keine
Angaben in mg Mg/100 g bzw. 100 ml Boden


1.8.1.4 Eingabe der Bodenuntersuchungswerte

Üblicherweise werden die Nährstoffgehalte von den Bodenuntersuchungsinstituten in mg/100 g Boden (z.B. 15 mg P2O5, 12 mg K2O oder 6 mg Mg pro 100 g Boden) angegeben. In diesem Fall können Sie mit den Pfeiltasten den Ihren Untersuchungsbefunden entsprechenden Bereich (z.B. mittlerer Boden: 11 - 20 mg P2O5, 9 - 15 mg K2O und 5 - 7 mg Mg pro 100 g Boden) anwählen. In manchen Fällen bekommt man das Ergebnis jedoch nur als Gehaltsklasse (A bis E in den Alten Bundesländern, 5 bis 1 in den Neuen Bundesländern) mitgeteilt.

Die Eingabe dieser Gehaltsklassen ist im Programm nicht vorgesehen. Sie können jedoch mit Hilfe der Tabellen 2 bis 4 oder über den Menüpunkt TABELLEN des Programms die Umsetzung der Gehaltsklassen in die vom Programm geforderten mg-Werte herausfinden und diese dann mit den Pfeiltasten auswählen.

Falls Sie auf einem Moor- oder Anmoorboden wirtschaften sollten, gehen Sie bitte wie folgt vor: Wählen Sie mit den Pfeiltasten die Bodenart "leicht" aus. Suchen Sie dann in den Tabellen 2 bis 4 (s.a. 1.8.1.3) bzw. über den Menüpunkt TABELLEN die dem Bodenuntersuchungsbefund entsprechenden Gehaltsklassen für Phosphor, Kalium und Magnesium. Die dazu gehörigen Milligramm-Werte können Sie dann bei der Dateneingabe mit den Pfeiltasten auswählen.

Beispiel: Laut Bodenuntersuchungsbefund wurden für einen Moorboden 4 mg P2O5/100 ml Boden ermittelt. Nach Tab.3 entspricht dies der Gehaltsklasse B. Im Programm wählen Sie daher einen leichten Boden und bei Phosphor den Bereich 5 - 10 mg aus.


1.8.1.4.1 pH-Wert und Kalkdüngung

Wenn der pH-Wert nicht durch eine Bodenuntersuchung ermittelt wurde, übernehmen Sie den Vorschlag des Programms ("unbekannt"). Falls Sie jedoch den pH-Wert Ihres Bodens kennen, wählen Sie mit den Pfeiltasten den entsprechenden Bereich aus. Die Berechnung der benötigten Kalkdüngung erfolgt unabhängig von der Berechnung des Nährstoffbedarfs. Wählen Sie dazu unter ERGEBNISSE den Menüpunkt "Kalkbedarf".

Hinweis: zur Bedeutung des pH-Wertes und der Kalkung s.a. 8. Kalkdüngung


1.8.2 Bodenuntersuchung auf Stickstoff (Nmin-Methode)

Hierbei handelt es sich um ein spezielles Bodenuntersuchungsverfahren, mit dem der pflanzenverfügbare Stickstoff im Boden vor oder während der Kultur bestimmt werden kann. Die Kenntnis dieses Wertes führt zu einer wesentlichen Präzisierung der Stickstoff-Bedarfsbestimmung. Probenahme und Analyse sind allerdings so aufwendig, daß die Methode normalerweise für Gärten nicht in Frage kommt. Falls Sie keine Angaben zur Nmin-Bodenuntersuchung machen können, überschlagen Sie die Eingabe Nmin durch Betätigen der Return-Taste.

Es gibt heute allerdings Teststreifen, mit denen man die Analyse selbst durchführen kann. Besonders interessierte und engagierte Gartenbesitzer haben daher die Möglichkeit, die aufwendige Bodenuntersuchung auf Stickstoff selbst durchzuführen. Nähere Hinweise zur Durchführung der Nmin-Analyse können der Arbeit von Schlaghecken (1984) entnommen werden.

Im Unterschied zur Bodenuntersuchung auf Phosphor, Kalium und Magnesium muß bei einigen Kulturen die Bodenprobe bis zu einer Tiefe von 60 cm entnommen werden. Wenn Sie im Programm eine Kultur ausgewählt haben, dann wird die Entnahmetiefe für diese Kultur unter "Messtiefe" automatisch angezeigt. Bei einer Probenahmetiefe von 0-60 cm ist es zweckmäßig, die Schichten 0-30 cm und 30-60 cm mit einem Bohrstock getrennt zu entnehmen und getrennt zu analysieren. Sie können jedoch bei den Kulturen, wo dies in Frage kommt, die Schicht 0-60 cm mit einem entsprechenden Bohrstock auch in einem Arbeitsgang entnehmen und analysieren. Günstige Zeitpunkte für die Entnahme der Bodenprobe zur Nmin-Analyse sind jeweils der Bestellungstermin, also bei Frühjahrsanbau im März/ April und bei Sommeranbau von Mai bis August.


1.8.2.1 Eingabe des Ergebnisses der Nmin-Analyse in das Programm

Sollten Sie nach der von Schlaghecken beschriebenen Methode arbeiten, dann erhalten Sie das Analysenergebnis in kg N/ha und Schicht (z.B. 60 kg N/ha in der Schicht 0-30 cm). Um das Ergebnis in die vom Programm verwertbare Dimension (g N/m²) umzurechnen, müssen Sie diesen Wert durch 10 dividieren (Sie erhalten dann im obigen Beispiel 6 g N/ m²). Bei zwei Schichten (0-30 cm und 30-60 cm) addieren Sie die Meßwerte, teilen das Ergebnis durch 10 und geben diesen Wert in das Programm unter "Nmin/ATS" ein.
Anm.: Falls Sie die Version OSGAR Pro 2.5 besitzen, ist die Division durch 10 nicht mehr notwendig. Sie können stattdessen das Ergebnis gleich in kg/ha eingeben.


Korrekturstand: 01. Oktober 2000

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© 1992-2003 Dr. Dieter Alt <dr-dieter-alt@t-online.de>, Dipl.-Ing. Jan Rimmek <jan.rimmek@mhinac.de>